Teil 5 – Von den Cederberg Mountains an die Südküste
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LETZTES UPDATE: 10.02.2026 (wird gerade bearbeitet!)
Montag, 26.01.2026
Für diese Woche hab‘ ich mir vorgenommen, einen guten Platz für Luxi zu finden, wo er über die europäischen Sommermonate abgestellt wird. Im September (Walsichtungen vom Strand!) bzw. Oktober soll es dann wieder hier im Süden weitergehen.
Ein, zwei Möglichkeiten habe ich schon per Vorabrecherche gefunden, aber nichts davon ist so wirklich optimal. Der Stellplatz soll ja sicher, trocken (im Südwinter kann’s hier ordentlich regnen, wenn die feuchte Luft ins Innere kriecht – wer lüftet dann um Schimmel vorzubeugen?), mit Stromanschluss für das Batterieladegerät und nicht zu weit von Flughafen Kapstadt entfernt sein. Ganz schön viele Anforderungen.
Aber zuvor erstmal in Porterville bei einem freundlichen Reifenfuzzi die Räder von vorne nach hinten und v.v. tauschen lassen. Alle paar tausend Kilometer mache ich das, damit sie gleichmäßig abgefahren werden.
Bisher halten die Yokohama Geolandar A/T4 G018 Reifen angesichts der teilweisen Schinderei sehr gut, ich bin wirklich zufrieden damit.
Bei dieser Aktion stellt sich heraus, dass die Felge, die ich in Kapstadt für den Reservereifen gekauft habe doch nicht genau passt. Hinten ja, vorne aber nicht. Ein Bremszylinder ist im Weg.
Hm, im Fall des Falles muss ich dann halt 2 Räder tauschen. Außer ich finde doch noch ein 100 %ig passendes Teil.
Rund um Piketberg gibt’s wieder viel Weinanbau. Ich finde ein ruhiges Plätzchen mit schönem Sonnenuntergang.

Dienstag, 27. bis Donnerstag 29.01.2026
Nicht viel zu berichten. Suche nach Unterstellmöglichkeiten …

… Abstecher nach Yzerfontein mit hervorragender Bäckerei (u.a. mit sehr gutem Sauerteigbrot) und schönem Strand.
So nebenbei entdecke ich das versunken geglaubte Atlantis:

Zur Auflockerung lasse ich mir bei einer Wein- und Olivenfarm im Rahmen einer Verkostung verschiedenste Olivenöle kredenzen.
Hervorragende Qualität, ähnlich wie schon zuvor in Citrusdal.
Vom Ambiente her wähne ich mich in der Toscana, von den Preisen her nicht: Eine 1stündige geführte Verkostung inklusive Wein, Öl und Häppchen kostet gerade mal 3,50 €.

Luxi bekommt eine neue Dachluke, die aus dem Oman (made in China) hat den Geist aufgegeben.
Eine wieder mal sehr freundliche Firma hier führt die originalen Fiamma Fenster aus Italien. Die guten Leute lassen alles liegen und stehen und bauen mir das Ding prompt ein.



In der Nähe des derzeitig einzigen Atomkraftwerks Afrikas stehen weiße Dünen in der Landschaft. Diese werden von Allradfahrern, Film- und Werbeteams offensichtlich viel genutzt. Die Nationalpark-Ranger fahren hier übrigens mit alten 4×4 und 6×6 Steyr Pinzgauern herum.

Zu Fuß kann man ohne Eintritt zu bezahlen nach Herzenslust zwischen den Dünen herumstreifen.

Zwei Nächte bleibe ich dann in Melkbosstrand, wo ich mit Heidi vor 6 Wochen schon mal kurz war.
Die langen Strandwanderungen sind auch nicht schlecht.
Freitag, 30.01.2026
Ich umfahre Kapstadt in einem weiten Bogen ostseitig und kann in einem der Industrieviertel nicht nur meine europäische Gasflasche füllen lassen. Die sehr bemühten Leute treiben auch einen Adapter auf, sodaß ich meine leichte Fiberglas-Gasflasche damit in Zukunft an jeder Straßenecke in Südafrika füllen lassen kann.
Währenddessen bekommt Luxi – bei einem Fahrzeugbauer mit tollen Alu-Schweißern – einen neuen, kräftigen Verschluss fürs Heck. Alles Sachen, die mir ein wenig im Magen lagen.


Apropos Dinge, die mir im Magen lagen: Auch eine perfekte Unterstellmöglichkeit für die nächsten Monate habe ich gefunden.
Läuft. 🙂
Am Abend bin ich bei Freunden zum Grillen eingeladen.
Es wird lustig.

Samstag, 31.01.2026
Jacques und ich fahren frühmorgens an die Küste um eine wilde Wanderung zu unternehmen. Die Wanderung in der Steenbras Reserve die wir eigentlich vorhatten ist ausgebucht (in Südafrika sind viele Trails in National- und Naturparks an ein Permit gebunden. Nicht teuer, aber man will die Anzahl der Leute pro Tag beschränken), also versuchen wir es weglos von Rooiels nordwärts.
Anstrengend, muss man nicht wiederholen. Aber wir waren in schöner Gegend unterwegs, sind ordentlich ausgepowert und das wollten wir auch so.



Mit ordentlich Hunger im Bauch fahren wir anschließend nach Pringle Bay und essen hervorragend im Bookclub Restaurant, das ich mittlerweile schon recht gut kenne 😉 .
Nachts nieselt es ein wenig. Na sowas.
Sonntag, 01.02.2026
Etwa 60 km Fahrt nach Hermanus. Hier braucht man kein Permit für die heutige Wanderung.
Letzte Morgennebel sind uns gnädig und bremsen die Sonne anfangs ein wenig.
Die Ausblicke aufs Meer sind herrlich.


Wir schaffen 20 Kilometer und 1000 Höhenmeter, dazu einen Gipfel und als Abschluss eine Badestelle im Stausee. Dazwischen unzählige wunderschöne Blüten von exotischen Pflanzen.
Kein schlechter Sonntag.

Montag, 02.02.2026
Hermanus ist eine relativ touristische Stadt mit kleiner Fußgängerzone, vielen Restaurants und Boutiquen.
Ein kurzer Bummel entlang der Küstenpromenade genügt mir, ich finde einen Outdoorladen interessanter 😉

Ich kaufe ein Ladegerät für Luxi, damit seine Batterien während der Lagerung gesund bleiben. Für mich gibt’s ein Bodyboard, damit ich in Zukunft besser mit den Atlantikwellen spielen kann.
In Gansbaai bzw. Kleinbaai mache ich dann das nächste Abenteuer klar.
Morgen geht’s aufs Meer hinaus.
Abends kann ich in einem Restaurant Seeohren (Abalones) serviert bekommen. Hatte ich noch nie und seit ich so eine Schneckenzucht in Elandsbaai gesehen habe, wollte ich wissen wie die Tierchen so schmecken.
Vielleicht lag’s ja an der Zubereitung aber ich kann den Hype um die Seeohren nicht ganz nachvollziehen. Schon gut, aber eine Jakobsmuschel z.B. finde ich persönlich geschmacklich besser.
Interessanter finde ich da schon die Deko des Restaurants: Unter anderem hängt ein komplettes Walskelett unter dem Dach.

Dienstag, 03.02.2026
Morgens um 8 Uhr bekomme ich Instruktionen wie ich mich in einem Schutzkäfig zu verhalten habe, wenn so richtig große Haie nur eine halbe Armlänge von mir entfernt gegen die Gitterstäbe krachen.
So fängt ein Abenteuertag an.
Leider ist es ziemlich bewölkt heute, dafür gibt’s fast keine Wellen. Mir als Landratte soll letzteres nur recht sein, die Tour dauert immerhin 3 Stunden und ich werde relativ leicht seekrank.
Ich fahre also mit einer Handvoll ebenso Verrückter auf einem kräftigen Motorboot in die Bucht hinaus um mich in einen Neoprenanzug zu zwängen, dann in den besagten Schutzkäfig zu steigen um Haie in ihrem Wohnzimmer zu besuchen.
Es wimmelt hier von Haien: Vor allem Große Weiße, Siebenkiemenhaie und Bronzehaie gibt es hier. Letztere werden mit gut 3 Metern größer als sonst irgendwo auf der Welt, weil die Bedingungen besonders gut sind. Orcas gibt es in der Gegend auch, diese verjagen die Großen Weißen, weshalb man diese beim Tauchen eher selten antrifft.
Die Haie jagen vor allem Robben und Fische. Die Gewässer hier sind voll von alldem. Deshalb nennt man Gansbaai auch die „Welthauptstadt der Großen Weißen Haie“.



Die Haie werden nicht gefüttert sondern nur mit Blut angelockt.
.Am frühen Nachmittag bin ich zurück im Hafen und treffe die nächsten Österreicher (vor ein paar Tagen in Rooiels habe ich schon sehr nette Steirer aus Bruck/Mur getroffen).
Roland und sein Bruder haben hier in der Nähe eine Farm. Sie sind aus Kapfenberg und der Schmäh rennt von der ersten Minute an wie am Schnürchen.
Ich muß mich aber um ein Problem kümmern: Seit ein paar Tagen funktioniert der Heißwasserboiler nicht mehr. Ein kleines Stück des Gehäuses (!) ist geschmolzen, als ginge die Hitze nicht nach innen zum Wasser sondern zum Teil nach außen. Irgendwann ging dan nichts mehr, er schaltete nicht mehr ein.
Natürlich habe ich die Sicherungen und den Hauptschalter geprüft.
Das zweite Elektrikerteam, das ich zur Problemanalyse engagiere, findet den Fehler im Hitzschutzrelais, das selber brennheiß wird anstatt bei <95°C Wassertemperatur einfach die Stromzufuhr abzuschalten.

Weil das Aus- und Einbauen des Boilers sehr mühsam ist und viel Zeit kostet, quartiere ich mich für 2 Nächte auf einem Campingplatz ein. Da habe ich Zeit und Platz zum Werkeln, tüfteln und Material besorgen.
Einen neuen Boiler mit 12V gibt’s hier nicht zu kaufen. Schon gar nicht in der benötigten Größe. Ich hab‘ alles versucht.
Donnerstag, 05.02.2026
Das Heißwasserproblem ist gelöst. Das wird gefeiert.
Nach einem schönen Tag am Strand bei De Kelders, ein paar wenige Kilometer nördlich von Gansbaai …

… feiere ich im edlen Springfontein Wine Estate mit einem 8gängigen Festmahl, samt Weinbegleitung.
Danach bin ich kulinarisch und weinbeseelt so glücklich-erledigt, dass ich gleich am Weingutparkplatz in die Federn falle.
Freitag, 06.02.2026
Diesen dionysischen Abend muss ich mit einer laaaangen Wanderung aus dem System bekommen. Am Ende einer Schotterpiste nahe einer großen Lagune gehe ich in teilweise tiefem Sand 16 Kilometer weit bis zur Flussmündung und dann entlang des fast weißen Strandes zurück.
Eine sehr schöne Küstenwanderung, inklusive Vogelwelt und Robbenbaby, jedoch ohne eine einzige Mamba zu sehen wie mir von der Parkrangerin am Eingang prophezeit wurde („Ouuuu – too many snakes, Sir!“). Macht mir nix, ich bin wie meistens fast ausschließlich barfuß unterwegs und da brauch ich keine hochgiftigen Schlangen, danke vielmals.



Abends treffe ich mich mit einem sehr netten Pärchen. Gerhard ist praktisch ein „Nachbar“ aus Hallein, er ist in der Dorrekstraße aufgewachsen. Seit 57 Jahren lebt er in Südafrika, mittlerweile hier in De Kelders gemeinsam mit seiner Frau – in einem tollen Haus mit unglaublichem Meerblick.
Samstag, 07.02.2026
Auch ich hab‘ von meinem Yogaplatzerl aus morgens einen ganz annehmbaren Meerblick:

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Größenvergleich Südafrika und Europa:

Die bisherige Solo-Reiseroute in Südafrika gemäß GPS-Aufzeichnung (ab dem 7.1.2026).
Die Karte ist zoom- und verschiebbar.
Die bisherige Reiseroute in Südafrika gemäß GPS-Aufzeichnung (vom 6.12.2025 bis 7.1.2026).
Die Karte ist zoom- und verschiebbar.