Okt. 2008: South Africa + Botswana + Namibia + Mozambique

25. Oktober bis 8. Dezember 2008: 6 Wochen Safari im südlichen Afrika


Heidi und Max und Löwen und Elefanten und Busch und Wüste und … kein Hanomag!
Nach vielen Jahren Reisen mit dem Hanomag-Wohnmobil (steht momentan in Dar es Salaam, Allah möge ihm gnädig sein!) geht es diesmal mit Wolfi’s Auto durch Südafrika, Botswana und Namibia.

Vorabend der Abreise: Alles ist gepackt, Taxi für morgen früh bestellt, GPS Koordinaten eingegeben und jetzt warten wir nur noch, dass es endlich losgeht. Die Vorfreude ist riesengross!

Samstag, 25. Oktober 2008 – Aufbruch

Die langersehnte Afrikareise beginnt mit der Zugfahrt nach München. Der Flug nach Johannesburg mit Zwischenstopp in Athen verläuft planmässig. Eine Besichtigung der Akropolis geht sich zwar leider zeitlich nicht aus, die Stunden bis zum Abflug um Mitternacht nach Südafrika verbringen wir deshalb mit Kaffee trinken, lesen und genüsslich in der Sonne sitzen! Es zieht sich ganz schön, bis es um 01 Uhr endlich weitergeht.

26.10.2008
Johannesburg begrüsst uns Sonntagfrüh mit angenehmen Temperaturen. In einem wohlhabenden Vorort übernehmen wir das Auto: Unser fahrbarer Untersatz mit Wohnkabine für die nächsten 6 Wochen hat das Kennzeichen S 545 EU.

Leider (Anm. Max: das wird sich noch herausstellen 🙂 sind wir nicht die Besitzer, sondern sozusagen nur „Untermieter“. Unsere Freunde Astrid, Timi und Fifi aus der Moosstrasse sind eingefleischte Afrikafans und seit Jahren mit dem „blauen Blitz“ im Busch unterwegs. Anfänger sind wir beide zwar nicht was den schwarzen Kontinent betrifft Völlig ungewohnt ist aber, dass wir nicht mehr mit dem Hanomag, sondern diesmal einen Mazda fahren.

Nach 2-stündiger Fahrt mit ungewohntem Linksverkehr (der Mazda ist ein Linkslenker) erreichen wir den „Pilanesberg Nationalpark“. Todmüde fallen wir in die Federn.


Montag, 27.10.2008 – Pilanesberg, der erste Nationalpark
Irgendwie haben wir das mit der Zeitumstellung noch nicht ganz im Griff. Oder wie kommt es sonst, das Heidi schon kurz nach 6 Uhr auf den Beinen ist? 😉

Als erstes machen wir uns auf in den nächsten Ort ausserhalb des Nationalparks. Irgendwo bei Mogwase finden wir einen Supermarkt und kaufen erstmal kräftig ein. Günstige Preise, aber die Qualität – na ja, wir haben hier schliesslich keinen Bioladen erwarten können.

Wir sind die einzigen Weissen weit und breit – irgendwie haben wir uns Südafrika „durchmischter“ vorgestellt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir in den eigentlichen Nationalpark rein. Die ersten Zebras gleich nach ein paar Kilometern sind schon eine Sensation für uns, aber im Laufe des Tages werden wir abgebrüht. Wir sehen nämlich jede Menge Grosstiere wie Elefanten, Giraffen, Affen, Gnus, Kudus, Antilopen, Rhinozerosse, Flusspferde usw. und viele schöne Vögel wie Red-billed Hornbills, eine Art Eisvogel usw. Was auch sehr bunt beim Fliegen ist sind die Wanderheuschrecken, die vereinzelt auftreten.

Der Park ist recht trocken, offensichtlich hat es auch gebrannt, aber der (künstlich angelegte) See in der Parkmitte hat jede Menge Wasser und dort trifft sich alles was Durst hat.

Als wir bei einem Rasthaus Stopp machen um ein Eis zu essen, grosser Schreck: Getriebeöl tropft in eine Pfütze auf den Asphalt. Das muss ich mir morgen genauer anschauen. Wir beschliessen, noch einen Tag zu bleiben.

28.10.2008
Dienstag vormittag verbringt Max eine Weile unterm Auto. Erinnerungen an den heiss geliebten Hanomag kommen auf, aber das Festziehen einer Schraube genügte um das Leck beim Getriebeöl zu „reparieren“. Gott sei Dank!

Da der Campingplatz einen schönen Swimmingpool und mit Hilfe einer Sprinkleranlage sogar grünen Liegewiese besitzt, schnappt sich Heidi einige Reiseführer und informiert sich schon mal über die Routen der kommenden Tage.

Am späteren Nachmittag fahren wir nochmals in den Nationalpark und freuen uns wiederum über zahlreiche Wildbeobachtungen. Am „Hippo-Loop“ verweilen wir etwas länger, in der Hoffnung dass sich die riesigen Flusspferde kurz vor Einbruch der Dämmerung aus dem schlammigen Wasser erheben. Mehr als ein beeindruckendes Gähnen kommt uns aber nicht vor die Linse.

Wir schaffen es nur knapp vor Torschluss noch aus dem Nationalpark zu schlüpfen. Direkt hinter uns wird zugesperrt.

Der Hunger ist gross – das Angebot im Restaurant des Campingplatzes ist für einen eingefleischten Vegetarier aber eher spärlich und so muss Max mit einem Gemüseomelette á la Dose Vorlieb nehmen, während Heidi ein Impala- (Gazellensteak) geniesst! Wir sehen schon – entweder wird öfters selber gekocht oder wir beide gönnen uns zeitweise Wild aus der Region. Man wird sehen.

29.10.2008
Am Mittwoch wachen wir zeitig in der Früh auf und starten nach dem Frühstück in Richtung Grenzgebiet Südafrika/Botswana. Die Anreise in eines der am dünnsten besiedelten Länder Afrikas bedeutet endlose Landstriche mit gut ausgebauten Strassen durch staubtrockenes, sonnenverbranntes Land. Die Grenzformalitäten gestalten sich nicht allzu schwierig, wir müssen allerdings eine zusätzliche Kfz-Versicherung abschliessen, obwohl wir schon in Europa eine für Botswana gültige Polizze um teures Geld gekauft haben. Am späteren Nachmittag erreichen wir das Gebiet des Tulliblocks und beschliessen wild zu campieren. Bei zwei Wanderungen im derzeit ausgetrockneten Limpopo-Flussbett (nur wenige Wasserlöcher) scheuchen wir Warzenschweine, Gazellen, Kudus und mächtige Geier auf. Die Kadaver von einigen Springböcken lassen ein mulmiges Gefühl aufkommen – die werden wohl nicht alle an Altersschwäche oder Herzinfarkt gestorben sein……

Donnerstag abend sind wir am Etappenziel angelangt, Francistown ist die zweitgrösste Stadt Botswanas. Der Campingplatz mit gutem Restaurant liegt am Fluss und zum erstenmal haben wir mit Moskitos zu tun.

31.10.2008

Nachdem Heidi ja bereits bei unserer ersten gemeinsamen Reise vor zwei Jahren einen Friseurbesuch in Afrika nicht scheute, wollte sie sich auch diesesmal diesen Spass mit Haarefärben wieder geben. Sie wurde nicht enttäuscht: innerhalb einiger Minuten war auch dieser „Salon“ mit neugierigen Schwarzafrikanerinnen gefüllt, die alle einen Blick auf die exotische Kundin werfen wollten und der Spass war auf beiden Seiten gross.

Nach intensivem Shopping und schwierigem Geldabheben geht’s in Richtung Makgadikgadi Salzpfannen. Wir biegen von der Hauptstrasse ab und sind bald auf einer sandigen Piste im afrikanischen Busch bei brutaler Hitze (gefühlte 40 ° im Schatten) unterwegs. Wir suchen uns ein schnuckeliges Nachtplätzchen und geniessen die Ruhe, die kurz von freundlichen Nationalparkrangern gestört wird.

Es ist die erste Nacht, in der uns ein Leintuch als Decke weitaus genügt. Bei Morgengrauen wecken uns zahlreiche Vögel mit ihrem Gezeter und ein Aufstehen fällt nicht allzu schwer.

Samstag, 01.11.2008

Nach ein paar Stunden Pistenfahrt erreichen wir Kubu-Island, eine ehemalige Insel inmitten eines riesigen Sees, der seit einigen tausend Jahren ausgetrocknet ist. Beeindruckend sind die Granitformationen und die riesigen, seltsam geformten Baobab-Bäume. Hier verbringen wir einen furchtbar heissen Nachmittag im Schatten und beschliessen dennoch, auch die kommende Nacht hier zu bleiben.Wir sind weit und breit die einzigen Menschen, nur Vögel, Insekten und ein beeindruckender Sternenhimmel.

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Maun und der Moremi-Nationalpark im Okavangodelta. Wir hoffen, dass die vielen Tiere dort uns für die bisher eintönige, trockene und nicht sehr abwechslungsreiche Buschlandschaft in Botswana entschädigen werden.

2.11.2008

Die Strecke von Kubu-Island nach Maun erweist sich im ersten Teil als teilweise sehr mühsame und staubige Angelegenheit auf schlechter Piste. Die Salzpfannen, die wir durchqueren und auf denen zeitweise schnelles Vorankommen möglich ist, werden immer wieder von Busch- und Grasland unterbrochen. Das Land wird von den Einheimischen als Rinderweide benutzt – in Botswana ist Viehwirtschaft eine sehr wichtige Einkommensquelle, denn die EU zahlt wesentliche höhere als die Weltmarktpreise für hiesiges Rindfleisch.

In Gweta sind wir wieder auf der Asphaltstrasse und die restlichen 240 km nach Maun sind schnell abgespult, Highlight sind mehrere riesige Vogelstrausse. In Maun angekommen haben wir zu tun, das völlig durch Sand verstaubte Wohnmobil wieder einigermassen sauber zu kriegen. Der puderfeine graue Staub, der in der Sahara „Fesch-Fesch“ genannt wird, ist durch jede Ritze in den Wohnaufbau gelangt. Uns kriegen wir leichter sauber, auch dieser Campingplatz verfügt nämlich über einen Swimmingpool, auch wenn der schon in die Jahre gekommen ist.

3.11.2008

Maun gilt als „Tor“ zum Okavangodelta…..Hier muss man die Campingplätze für den im Delta gelegenen Nationalpark vorausbuchen. Spontane Besucher wie wir tun sich da schwer, weil viele Campsites schon über Monate hinaus ausgebucht sind. Nur weil absolute Nebensaison ist, haben wir Glück und ergattern noch drei Nächte im Moremi-Wildlife-Reserve. Andererseits zahlen honorige Kunden bis zu 8000 Euro für 6 Tage in der Luxuslodge (und nicht wie unsereins im Camper).

An dieser Stelle nochmal grossen Dank an Wolfi und Astrid, die uns diese tolle Wohn- und Reisemöglichkeit zur Verfügung stellen. Wir haben das Auto mittlerweile recht lieb gewonnen und man gewöhnt sich auch relativ schnell an das Leben auf ca. 8 qm. Kleine Anmerkung am Rande: der Frühstückskaffee schmeckt durch die Benutzung des Milchschäumers von Astrid doppelt gut! Während Heidi geniesst, stibitzen Affen unser Brot:

4.-8.11.2008

Im Okavango Delta, dem grössten Binnendelta der Welt ist fast das gesamte Spektrum der Tierwelt des südlichen Afrikas vertreten. Unter anderem natürlich auch die „Big Five“:

Elefant, Löwe, Rhinozeros, Nilpferd, Büffel und weiters Hundertschaften von Gazellen, Giraffen, Zebras, Wildebeest (Gnu) sowie Wasservögel en masse – darunter so wunderschöne wie Sattelstörche, Kronenkraniche, und auch die grössten afrikanischen Nashornvögel (Kaffernhornraben). Und alle, alle ausser Büffel haben wir aus nächster Nähe gesehen, sogar einige kleine Nilkrokodile.

Unsere Erlebnisse mit Schlangen waren darauf beschränkt, dass eine während der Buschtoilette ungebeten über Heidis Sandale lief. Der Schreck war gross – aber Gott sei Dank war es nur eine kleine grüne Mamba.

Landschaftlich ist der Moremi-Nationalpark (der Teil des Deltas, den wir besichtigten) ein wahres Naturjuwel. Seerosenteiche wechseln sich mit Buschlandschaft und papyrusbewachsenen Landstrichen ab. Man könnte hier Wochen verbringen und hätte doch nur einen kleinen Teil dieses riesigen Parks gesehen. Die wenigen Besucher verteilen sich derart, dass man höchstens zwei bis drei andere Fahrzeuge am Tag zu sehen bekommt. Wir hatten wirklich das Gefühl allein in dieser völlig naturbelassenen Welt zu sein. Die Pisten erlauben auch nur geringe Geschwindigkeiten durch teilweise tiefen Sand und ausgewaschene Schlammlöcher über abenteuerliche Holzbrücken zu. Ohne Allrad keine Chance!

Nach diesen grandiosen aber anstrengenden Tagen (Aufstehen teilweise vor Sonnenaufgang um 5.00 Uhr mit von Tierstimmen oftmals unterbrochenem Schlaf) geniessen wir 2 Tage auf einem Hotelcampingplatz mit gehobener Ausstattung. Das Relaxen am Pool bedeutet wirklich Urlaub und Entspannung pur. In wenigen Tagen werden wir die Grenze nach Namibia überqueren. Mit Etoshapfanne und den Dünen von Sossousvlei warten weitere landschaftliche Highlights auf uns!

10.11.2008

Wir beschliessen ein Weltkulturerbe der UNESCO zu besuchen: die im äussersten Nordwesten Botswanas gelegenen Tsodilo Hills – ca. 4000 verschiedene Felszeichnungen die über 20.000 Jahre alt sind. Zuvor allerdings haben wir mit der Eingangstüre zur Wohnkabine zu kämpfen. Zweimal versperrt sich die Türe aus unerfindlichen Gründen. Zweimal müssen wir ein seitliches Fenster komplett ausbauen, dann fixieren wir den Verriegelungs­mechanismus mit einem Klebeband. Das alles bei ärgster Hitze mitten in der Stadt Maun.

Die Zufahrt zu den Felszeichnungen erweist sich dann als problemlos. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir einen kleinen Campingplatz direkt am Fusse der 400 m hohen Hügel.

11.11.2008

Wir brechen am Vormittag zur Besichtigung der zum Teil sehr gut erhaltenen Zeichnungen auf. Ausserdem tut es uns ganz gut, wieder einmal zu Fuss unterwegs zu sein. Von Giraffen über Büffel, Antilopen und Rhinozerossen bis zu Walen und Pinguinen (!) reicht das Spektrum der Motive. Die schönsten Bilder sehen wir nach einer abenteuerlichen Kletterpartie über steile Felsblöcke (Laurens van der Post Panel).

Nach einem heftigen Regenguss beschliessen wir noch heute nach Namibia weiter zu fahren um über den Caprivistreifen auf bestem Asphalt zum Chobe Nationalpark zu kommen. Die Grenzformalitäten sind schnell und schmerzlos erledigt und die Nacht verbringen wir wieder einmal in der Wildnis, mit der Hintergrund­musik zahlreicher Tierstimmen!

12.11.2008

Es hat in der Nacht ordentlich geregnet und in dieser Tonart geht’s über den ganzen Tag weiter. Hoffentlich reicht die Regenfront nicht bis zum Chobe Nationalpark!

Nach einigen hundert km sind wir in Katima Mulilo, wo wir auf einem typisch afrikanischen Markt einkaufen (u.a. Mangos!) und bei einer netten Garküchenbesitzerin im Markt Fische mit Millipap (=Maisbrei, das südafrikanische Nationalgericht) und Gemüse um umgerechnet 20 ATS für 2 Personen zu mittag essen. Kein Wunder, dass es so billig ist: wir bekommen ja nicht mal Besteck! 🙂

Nach einem kurzen Abstecher zum Sambesi-Fluss müssen wir wieder von der namibischen auf die botswanische Seite wechseln und kommen gegen 16 Uhr im Chobe-Nationalpark an.

Auch hier scheint es kürzlich ordentlich geregnet zu haben – Mist! Von den riesigen Elefantenherden ist nix zu sehen, ein einziger Elefant läuft uns vor die Linse. Wir erkennen, dass wir um einige wenige Tage zu spät angekommen sind. Die Regenzeit hat bereits begonnen und die leergefressenen Gebiete am Chobe River sind fast verlassen. Lediglich Zebras, Antilopen, ein paar Warzenschweine und zahlreiche Geier, Marabus und bunte Vögel bevölkern diese Gegend um den Grenzfluss zwischen Botswana und Namibia. Für uns ist dies ein Grund, nur eine Nacht zu bleiben. Die erhofften Büffelherden und Löwenrudel müssen wir woandes suchen.

13.11.2008

Der Abstecher nach Chobe hat sich nicht wirklich gelohnt – nur viele gefahrene Kilometer und Grenz- sowie Nationalparkgebühren. Also alles retour und doch auf zur Etoschapfanne!

Der Tag vergeht mit Kilometerfressen. Eine nette aber auch bedrückende Begegnung mit einer sehr ärmlichen Bauernfamilie in ihrem Kral unterbricht die eintönige Autofahrt. Wir hatten uns gerade zum Frühstückmachen hingesetzt, als die Kinder auch schon ankommen.

Heidi bekommt Einblick in die Lebensweise der kinderreichen Sippe, die gerade beim Pflügen mit einem Ochsengespann ist.

Einen krassen Gegensatz bildet Abends in der Grenzstadt Rundu unser Besuch in einem besonders guten Restaurant (leckeres Kudusteak für Heidi, ebensolche Pizza für Max), das fast ausschliesslich von Angolanern frequentiert wird. Diese kommen seit Ende des dortigen Bürgerkrieges über die Grenze, so wie wir Salzburger früher nach Freilassing gefahren sind.

Die Nacht verbringen wir an der Polizeistation, nachdem uns die Diensthabenden um Mitternacht von unserem lauschigen Plätzchen am Fluss „zur eigenen Sicherheit“ abkommandiert hat.

14.-16.11.2008

Kaum im Nationalpark Etoscha angekommen, überrascht uns ein Löwen-Triumvirat direkt an der Strasse. Die drei lassen sich überhaupt nicht stören und dösen bzw. geniessen ihren schattigen Platz unter einem Mopanebaum. Das fängt ja hervorragend an!

Der Unterschied zu den Nationalparks Botswanas könnte größer kaum sein: gepflegte und gesicherte Campingplätze mit Swimmingpool und blitzsauberen Sanitäranlagen, gut beschilderte Pisten ohne Schlaglöcher und mit Scheinwerfern ausgeleuchtete Wasserlöcher, wo die Tiere auch in der Nacht beobachtet werden können.

Das Naturerlebnis ist dementsprechend nicht ganz so hautnah und intensiv wie etwa im Moremi, dafür geniessen wir während der grössten Mittagsshitze die Abkühlung im Pool, bevor es dann wieder auf spätnachmittägliche Pirsch geht. Ausserdem finden wir es toll, die Tiere (Giraffen und Elefanten!) beim Trinken bzw. Plantschen zu beobachten. Die wunderbaren Orxyantilopen und Schakale sowie Strausse mit Küken haben wir ebenfalls gesehen. Immer wieder beobachten wir Löwen.

Knapp die Hälfte unserer Reisezeit ist nun vorbei und ab jetzt nehmen wir uns vor, es gemütlicher angehen zu lassen und weniger Zeit im Auto zu verbringen.

17.11.2008

Die vergangene Nacht haben wir bei traumhaftem Sternenhimmel an einem besonders schönen, einsamen Platz bei Sandsteinfelsen im Damaraland verbracht. Für uns ist es immer wieder eine grosse Freude, nicht auf einem Campingplatz zu nächtigen. Im Gegensatz zu unserer ersten gemeinsamen Afrikareise vor 2 ½ Jahren ist es diesesmal nicht so einfach, wild zu campieren. Fast das ganze Land ist eingezäunt.

Seit der letzten Stadt (Khorixas) wird die Landschaft mit jedem Kilometer arider, wüstenhafter. Berge treten ins Blickfeld und wir freuen uns sehr über diese optische Abwechslung.

Am Vormittag machen wir einen Abstecher zu einem „versteinerten Wald“. Hier liegen 300 Mio. Jahre alte Baumstämme, die versteinert sind. Sogar die Jahresringe sind noch erkennbar!

Die Hitze lässt uns dann für den Rest des Tages an einem originellen Campingplatz mit Pool Zuflucht suchen.

18.11.2008

Bevor wir in Richtung Skelettküste aufbrechen, wandern wir noch ein bissl in der bizarren, felsigen Landschaft umher. Es tut gut, wieder mal die Beine zu bewegen!

Immer trockener wird es, meist sind nur mehr Galeriewälder an den Wadis begrünt und auch diese werden immer kleiner. Tiere sind in dieser Gegend kaum noch zu sehen. Nur sehr vereinzelt tauchen Gazellen, Oryxantilopen und Strausse auf.


Gegen Mittag sind wir im Nationalpark Skeleton Coast und am späteren Nachmittag erreichen wir die Atlantikküste, die etwas weiter südlich in Nebel gehüllt ist. Dieser Küstennebel hält die Temperaturen um die 20 Grad und nach einer weiteren Wanderung über einen Salzsee zum Meer freuen wir uns auf eine ruhige und kühle Nacht an unserem Standplatz.

19.11.2008 – Cape Cross und Namib
Ein weiteres Highlight, auf das sich Heidi schon seit längerem freute, steuern wir an diesem Tag an. Da wusste sie noch nicht, welche Attacke auf unsere Nasenschleimhäute zukommen würde. Am Cape Cross sehen wir Tausende von Robben, die hier auf den Felsen ihre Kolonien bilden. Der kühle und fischreiche Benguelastrom ermöglicht es, dass diese Spezies das gesamte Jahr hier über leben kann. Der penetrante Gestank war nur deshalb auszuhalten, weil es so spannend war, vor allem die tollpatschigen einige Stunden alten Robbenbabies neben den bis zu 350 kg schweren männlichen Kolossen zu beobachten.

In Swakopmund glauben wir uns in eine deutsche Kleinstadt versetzt. Beim Bäcker begrüsst man uns mit „Guten Morgen“. Ein sauberes Städtchen, indem man gut bummeln kann und wir haben endlich wieder einmal Internetzugang.


20.-23.11.2008: Namib-Nationalpark
Drei Tage verbringen wir im Namib-Nationalpark. Das heisst: drei Nächte ohne Campingplatz – welche Freude für uns.

Wir sehen kaum einen Menschen und können auch in dieser Region wild lebende Tiere beobachten (Schakale, Strausse, Warzenschweine, Oryxantilopen, Springböcke, Klippspringantilopen und etliche Trappen sowie andere Vögel, jede Menge wunderschön gefärbte Eidechsen und Klippschliefer). Unheimlich reizvoll finden wir die seltsamen Köcherbäume (Aloe dichotoma).

Vormittags oder am frühen Abend sind auch kleine Wanderungen möglich, an die während der Mittagshitze nicht zu denken ist.

Die Wadis (trockene Flussbette) erinnern an die Sahara, nur die Dünen fehlen derzeit noch. Die werden wir spätestens in Soussousvlei haben. Dafür machen wir Bekanntschaft mit einem wohlgenährten Skorpion, der sich aber eher vor uns fürchtet!

Da wir uns in Swakopmund nicht schon im vorhinein festlegen konnten bzw. wollten, wann wir an welchem Campingplatz sein würden, haben wir schlussendlich gar kein Permit für den Park … Es geht gut, aber nur knapp 😉

23.11.2008:Sossousvlei
Von der Hauptpiste nehmen wir einen verschwiegenen Seitenpfad und beserln auf den ersten Metern die Reifenabdrücke wieder weg … 🙂
Somit nähern wir uns den berühmten Sanddünen auf verschwiegenen Pfaden und genießen die Ruhe.

Als wir schließlich auf die Hauptstraße zu den eigentlichen großen Dünen stoßen, sind wir ganz schön beeindruckt …

… und gehen Spielen.

Nach der Düne 45 (so benannt nach der Kilometerzahl nach dem Haupteingang) fahren wir noch weiter bis zum Dead-Vlei, einem trockenen See inmitten von Dünen. Die letzten Kilometer geht’s mit Allrad auf Sand weiter, jippee!

Wir sind völlig alleine beim Sonnenuntergang!

24.-28.11.2008: Quer über den Kontinent
Eigentlich wollten wir es ja in den nächsten Tagen gemütlich angehen. Aber ein Plan ist nur ein Plan und somit nicht unumstößlich.
Spontan beschließen wir noch ein paar Tage am Strand anzuhängen. Nur: wo ist der nächste, geeignete? Namibia fällt weg (kaltes Meer, nur für Seehunde fein), also düsen wir nach Osten. Von Sossousvlei 2700 Kilometer quer rüber, zum nächsten Beach bei Inhambane in Mozambique.
Verrückt, aber – mein Gott! – so sind wir halt.

Wir halten uns nicht sehr viel auf, nur in Nelspruit vertreten wir uns endlich ein bissl die Beine, bei einer Wanderung am Crocodile River.

28.11.2008:
Wir erreichen Maputo, die quirlig-chaotische Hauptstadt von Mozambique.
Übernachtet wird in einem Backpackers, wo man uns am Morgen danach beinahe baustellenmäßig „einbaut“.

Kriegen tut man ja praktisch alles … ungewohnt ist für uns die portugiesische Sprache. Nur wenige sprechen Englisch, aber wir kommen nach ein paar Tagen gut zurecht.
Wir lieben den (Fisch)markt in Maputo!

Vor der Heimreise …
Nur ganz kurz: es geht uns gut, die Tage in Mozambique am Strand „Praia de Tofo“ (Bamboozi Beach Lodge Camp) haben wir uns gut erholt. Pottwale vom Strand aus beobachtet! Schade, dass die Tauchgänge verboten teuer waren.

Olympic Airways macht Mucken mit unserem Rückflug, aber wird schon schiefgehen.

Alles weitere dann mündlich!

Viele liebe Grüsse,
H+M

Update 10.12.2008:
Wir sind wohlbehalten wieder zurück.
Vielen herzlichen Dank nochmal unseren lieben Freunden Wolfgang und Astrid für die Überlassung des tollen Wohnmobils, dessen Miete wir wirklich jedem ans Herz legen können 🙂

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