Südliches Afrika 2025/2026, Teil 4

Teil 4 – Über die nördliche Garden Route (vielleicht) in die Cederberg Mountains

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LETZTES UPDATE: 12.01.2026 (wird gerade bearbeitet!)

Donnerstag, 01.01.2026

Das Jahr beginnt wie fast jeden Tag mit Yoga und einer kleinen Wanderung durch den südafrikanischen Busch (fynbos genannt), gefolgt von einem hervorragenden Frühstück, made by Heidi 🙂

Dann zockeln wir gemütlich – bald wieder auf Asphalt – in die selbsternannte Welthauptstadt der Vogel-Strauss-Zucht, nach Oudtshoorn. In der Umgebung hat es wirklich viele Straussenfarmen, wir haben rund um Witsand aber schon mehr gesehen.

Kaum drehe ich Heidi bei einem kurzen Einkaufsstop den Rücken zu, hat sie gleich eine Menge Fans:

Wir sind hier in der sogenannten Kleinen Karoo. Hier ist es trockener und noch wärmer als im Küstenstreifen, da durch eine Bergkette vom Ozean getrennt.

Trotzdem wachsen auch in der kleinen Karoo trockenresistente, wunderschön blühende Sukkulenten. Die Blüten sehen dem Goldlauch sehr ähnlich, ist aber eine völlig andere Art (Tylecodon Cacalioides):

Durch hügelige Landschaften …

… fahre ich bei etwa 37°C noch bis in den kleinen Ort Calitzdorp. Hier nisten wir uns ausnahmsweise wieder mal auf einem sehr netten Campingplatz ein und chillen ein bisserl.

Freitag, 02.01.2026

Weiterchillen, Wäsche waschen, in eine Weinkellerei gehen und dort gut Essen und Trinken.
Tag geschafft.

.Samstag, 03.01.2026

Auf der R62 geht’s nach Calitzdorp westwärts fahrend gleich einmal in die Berge und die Landschaft wird dramatisch – auch wenn die Fotos das nicht annähernd wiedergeben können.

Hier in der Kleinen Karoo dominieren zumindest optisch die Sukkulenten die Vegetation, besonders die schönen Aloen:

Nach dem Huisrivierpass (nur gut 350m hoch) biege ich rechts ab, um auf Schotter das Highlight des Tages anzusteuern: Den Seweweeks-Poort, übersetzt 7 Wochen Pass. Der Stausee am Schluchteingang ist praktisch leer …

… dann windet sich die Piste entlang eines kleinen Bächleins zwischen den Felsen langsam höher.

Weil ich nicht den großen Umweg über Laingsburg machen will, fahre ich nach dem spektakulärsten Abschnitt auf selben Weg wieder zurück zu unserer Hauptroute Richtung Kapstadt, auf die Route 62.
Diese Strasse gilt ein bisschen als südafrikanisches Äquivalent zur berühmteren Route 66 in den USA.

In der Kleinstadt Montagu machen wir Halt und übernachten ausnahmsweise auf einem Campingplatz.

Sonntag, 04.01.2026

Vor dem Frühstück eine Wanderung, samt Bad in einem kleinen Wasserfall.
Bald hat die Morgensonne den angenehm kühlen Frühnebel aufgelöst, mit der Hitze des Tages kommt uns das Wasser des Baches gerade recht.

Wir sehen kleine Antilopen, vermutlich Klippspringer und Rock Dassies bzw. Klippschliefer, die ein bißchen wie Murmeltiere ohne Schwanz aussehen.

Weil für morgen auch an der Küste sehr sommerliches, fast windstilles Wetter vorhergesagt ist, beschließen wir noch einen Badetag einzulegen.

Wir essen enttäuschend in Kleinmond und fahren zum Übernachten an den Strand von Betty’s Bay.

Herrlich ruhig und angenehm kühl wird diese Nacht.

Montag, 05.01.2026

Kurze Fahrt weiter nach Pringle Bay Beach, wo wir über eine weiße Düne an den Strand stapfen.
Ich baue unseren Sonnenschutz auf, Heidi bastelt derweil das Frühstück und schon sind wir für den Beach-Tag gerüstet.

Morgens ist das Wasser noch so richtig kalt, angeblich 15°C, dann am Nachmittag muss mit der Flut wohl die Strömung gewechselt und bedeutend wärmeres Wasser angespült haben – es ist jetzt richtig angenehm!

Den herrlichen Tag beschließt ein fürstlich gutes Essen im „The Cork“ Restaurant hier im Ort.
Geschlafen wird am Strandparkplatz, wie immer völlig unbehelligt.

Dienstag, 06.01.2026

Der heutige Tag ist bewölkt. Schade, denn bei Schönwetter würde der Clarence Drive entlang der Küste bestimmt zu dem schönsten dieser Reise zählen.

So halten wir uns nicht lange auf und kommen nach gut 80 km bei zeitweiligem Nieselregen (!) am späten Vormittag wieder in Kapstadt an.

Gleich bei der Einfahrt zum Hafengebiet begrüßen uns Delfine, die nur ganz wenige Meter vom Land entfernt ihre Saltos schlagen. Wie wunderbar!

Den Tag verbringen wir in den Shopping Malls, Abwechslung muß sein 😉 und abends sind wir in einem Panoramarestaurant im 17. Stock mit Blick auf die Stadt.

Mittwoch, 07.01.2026

Schön langsam wird’s Zeit Heidi an den Flughafen zu bringen. Das Wetter hat sich über Nacht gebessert und so gibt’s nochmal einen schönen Blick auf den Tafelberg, von der Stadtautobahn aus:

Dann schauen wir noch gemeinsam bei einem Fahrzeugbauer vorbei, der preislich höchst interessante Sachen macht. Leider keine absetzbare Wohnkabine, aber z.B. von fixen Kabinen für Singlecabs über Iveco-Ausbauten bis hin zu Expeditions-LKWs.

Die Rechtslenkerthematik ist natürlich ein Problem für mich, außerdem ist mir der Chef hier nicht besonders sympathisch. Jedenfalls war’s ganz gut mal selber zu sehen was die Südafrikaner zu welchen Preisen so machen können.

Der Flughafen von Kapstadt ist kleiner als erwartet, recht übersichtlich. Hier verabschiede ich mich nach 10 Wochen gemeinsamer, großartiger Reise von Heidi.

Für mich geht’s solo weiter in ein paar Werkstätten für Luxi. Der Kühler bräuchte ein neues Netz und ich finde recht schnell einen Spezialisten, der das kann. Der Preis ist exakt der selbe wie vor ein paar Tagen in in Knysna erfragt. Leider dauert’s auch hier 3 bis 4 Tage, so lange will ich nicht warten bzw. das kann ich später auch noch erledigen.

Auch mit der Felge für’s Ersatzrad habe ich nach einiger Zeit Glück und bekomme eine gebrauchte Stahlfelge um kleines Geld.

Die Autoelektriker machen hier alle pünktlich Feierabend und ich gebe die Suche diesbezüglich schlussendlich auf. Gerne hätte ich das mit der falsch anzeigenden Tankuhr noch erledigt. Immerhin habe ich bei der Suche ein paar gute Tipps bekommen und wieder was gelernt. Es ist ja nix umsonst …

Wie nun weiter? In der Gegend um die Cederberg Mountains und generell im Landesinneren soll es in den nächsten Tagen extrem heiß werden, 40°C im Schatten und mehr. Nein danke. Da drehe ich Luxis Nase kurz entschlossen Richtung Südosten und fahre lieber ans Meer.

Am Clarence Drive erlebe ich einen wunderbaren Sonnenuntergang, unser Heimatstern versinkt hinter dem Kap der Guten Hoffnung.

Donnerstag, 08.01.2026

Ich habe in einer Parkbucht am Clarence Drive übernachtet und fahre die wunderschöne Straße, immer entlang des Meeres, bis Pringle Bay wo ich mit Heidi vor ein paar Tagen schon war.

Mit einer kleinen Wanderung auf den Pringle Bay Peak beginnt der Tag so richtig.
Der Berghang ist vor ein paar Monaten abgebrannt, jetzt zeigen sich überall herrliche Fynbos-Blüten.

Freitag – Samstag, 09.-10.01.2026

Beachdays am feinweißen Strand, mit Entdeckung des Book Club Restaurants im nahen Badeort Pringle Bay.
Yummy. Unter anderem die besten Austern meines Lebens bisher.

Fun Fact: Im Ort treiben manchmal Paviane ihr Unwesen, die Bewohner halten mit „einbruchsicheren“ Mülleimern und striktem Verhaltenskodex (u.a. niemals füttern!) dagegen.

Das alles gibt es in mehreren Orten Südafrikas.

Was ich allerdings noch nie gesehen habe: Hier gehen ein halbes Dutzend meist Schwarze den ganzen Tag mit den Pavianen durch den Ort und die Umgebung und warnen mit Vuvuzelas (das sind diese nervtötenden Tröten, die man aus der Fußball-WM in Südafrika kennt) vor den Tieren. Verjagen oder gar töten dürfen sie die Affen nicht, es gibt offensichtlich eine einflussreiche Tierschutzlobby.

Es ist relativ windig am Strand und so fahre ich am Samstag nachmittags die ca. 100 km in das Dorf Greyton, wo es mir um Weihnachten herum schon so gefallen hat. Im Lucy Blu Restaurant erkennt man mich wieder, es ist schon fast ein heimeliges Gefühl hier 🙂

Rund um Greyton brennt der Busch, die Feuer sind gestern bis ganz nahe an das Dorf gekommen, erzählt man mir. Alle paar Jahre braucht der Fynbos das Feuer, um manche Pflanzensamen erst zum Keimen zu bringen.
Es ist vor allem abends ein bissl unheimlich, die Feuer auf den Berghängen rundherum lodern zu sehen.

Sonntag, 10.01.2026

Buschfeuer hin oder her, eine schöne Wanderung will ich unbedingt machen um mir die Füße zu vertreten. Wo es schon gebrannt hat, ist es ungefährlich weil ja so gut wie nichts mehr da ist, was noch brennen könnte.

Die ersten 7 Kilometer geht es durch verbrannten Busch, an den Hängen über mir und gegenüber schlagen 4-5 Meter hohe Flammen aus dem Unterholz und fressen sich langsam zu den Bäumen hoch, es kracht unheimlich.

Erst auf den letzten Kilometern vor meinem Tagesziel, einem wunderschönen Wasserfall, ist der Busch derzeit noch intakt. Von allen Seiten nähert sich auch hier das Feuer, es ist aber noch ein oder zwei Kilometer entfernt und brennt sich nur recht langsam durch.

Jedenfalls ist der Pool unterhalb des Oakes-Wasserfalls genial. Fast kreisrund und sehr tief.
Oberhalb gibt es noch ein paar weitere kleinere Becken, die mit etwas Buschkraxelei zu erreichen sind.

Ich verbringe den ganzen Tag hier, weit und breit keine Menschenseele.
Ok, es sind insgesamt 17 Kilometer und gut 1000 Höhenmeter hierher. Aber an einem wolkenlosen Sonntag doch verwunderlich.
Nur ein paar Agamen, Libellen und Frösche teilen sich diese absolute Idylle mit mir.

Erst auf dem Rückweg, etwa eine halbe Stunde vor Greyton, dann eine weitere Begegnung: Auf einem breiten Weg, unmittelbar vor mir, plötzlich eine Bewegung. Eine etwa 1,5 m lange, wunderschön gelb-orange gefärbte Kap-Kobra schlängelt vor mir. Wir haben beide gerade nicht aufgepasst. Ich meinen Gedanken nachhängend, sie wohl in der Nachmittagssonne dösend. Die Kobra stellt erschrocken ihre Seitenwangen links und rechts des Kopfes auf, verzichtet aber auf einen Angriff und flüchtet lautlos über den verbrannt-schwarzen Boden hinter einen Stein.
Glück gehabt, es ist eine der giftigsten und gleichzeitig agressivsten Schlangen Afrikas.

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Größenvergleich Südafrika und Europa:



Die bisherige Solo-Reiseroute in Südafrika gemäß GPS-Aufzeichnung (vom 7.1.2026).
Die Karte ist zoom- und verschiebbar.


Die bisherige Reiseroute in Südafrika gemäß GPS-Aufzeichnung (vom 6.12.2025 bis 7.1.2026).
Die Karte ist zoom- und verschiebbar.

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