Naher Osten 2010 – Teil 4: Strandmodus!

Nach den kulturbetonten letzten Tagen verlassen wir Bergama/Pergamon. An der Stadtausfahrt geben wir uns den riesigen Wochenmarkt, bei dem es nix gibt was es nicht gibt. Herrlicher Schafskäse und eine Art Ricotta (2,50 € / kg!), sonnengereifte aromatische Tomaten und rote Paprika (1 €/kg) und weitere Leckereien wechseln die Besitzer. Der Hilux ist danach um etliche Kilo schwerer beladen.
Als Kontrastprogramm folgt ein Abstecher in den waldreichen Spili Daği Nationalpark oberhalb von Manisa. Ein steiles Sräßchen führt hier herauf und bei den hohen Temperaturen auf Meereshöhe, empfinden wir die relative Kühle auf 1200m als sehr angenehm. Wieder einmal sind wir die Einzigen, die die Nächte im Park verbringen. Tagsüber kommen nur ab und zu ein paar türkische Familien zum Picknick hier herauf. Wir hingegen packen die Bergschuhe aus und wandern drauflos. Nachdem es weder eine Karte des Nationalparks, ausgeschilderte Wanderwege noch irgendwelche Info anderer Art gibt, folgen wir den Spuren von Ziegenherden und ihrer Hirtenhunde. Auf dem höchsten Punkt der Umgebung (1700m) errichten wir unser eigenes Gipfel-Steinmännchen. Ein Kreuz kommt ja aus naheliegenden Gründen nicht in Frage 🙂
2 Tage später zieht’s uns wieder Richtung Küste und auch der Toyota braucht fürsorgliche Betreuung: die Gangschaltung muckt seit ein paar Tagen. Die Toyota-Vertretung in der Millionenstadt Izmir schickt uns weiter zum 08/15 Mechaniker. Dieser kam, sah und siegte. 1 ½ Stunden werkeln 3 engagierte Mechaniker im Getriebe rum und dann läuft das Werkl wieder wie neu.
Entlang der Esplanade auf hervorragenden Strassen fahren wir danach Richtung Çeşme auf die Karaburun-Halbinsel. Hier erwarten uns ein phantastischer weisser Sandstrand mit türkisem Wasser und Blick auf die griechische Insel Chios; Ilica ist die Sommerfrische der Reichen und Schönen der Türkei. Es Billabong-t und Ralph Lauren-t, ein kleiner Bungalow in 3. Reihe fängt hier bei 750.000 Euronen an und die Kitesurfer kommen am Nachmittag voll auf ihre Rechnung. Wir lernen ein sehr sympathisches deutsch-türkisches Pärchen kennen, das uns freundlicherweise die Waschmaschine zur Benutzung überlässt (freu!).
Zwischendurch bleibt unsere WoMo-Küche kalt, wir delektieren uns an türkisch-griechischen Spezialitäten. Egal ob einfache „Lokanta“ oder Restaurant: es ist auf jeden Fall lecker.

Naher Osten 2010 – Teil 3: Weiter entlang der türkischen Westküste

Mehrere Tage verbringen wir in der einsamen Bucht von Saros mit Füsse hochlagern, kleineren Wanderungen, Jonglieren und in der Sonne dösen. Das Wetter ist ja wirklich prächtig, die Nächte angenehm kühl und die Tage fein warm bis heiss.

Wir machen auch schon mit der ausserordentlichen Gastfreundschaft der Türken Bekanntschaft, als wir mal den Strand mit Einheimischen „teilen müssen“. Regelmässige Besucher sind Hirten, die ihre Ziegenherden am Bach, der hier ins Meer mündet, zum Tränken führen. Höchst beschaulich, alles!

Auf dem weiteren Weg entlang der Westküste queren wir von der Halbinsel Gallipoli mit halbstündiger Fahrt per Fähre rüber auf das Festland, somit in den asiatischen Teil der Türkei.

Übernachtung: am Olivenbaum, mit Blick auf Lesbos

Immer wieder von gemütlichen Stops entlang der Küste unterbrochen, geht’s weiter nach Bergama, dem antiken Pergamon. Ja genau: hier wurde das Buch (Pergament!) erfunden.
Ein Kulturtag wird eingelegt – es ist verdammt heiss hier und die antiken griechischen Tempel schmoren so wie wir in der Sonne. Interessant sind besonders das ehemalige Kurhaus mit Heiligtum und die Akropolis hoch über der Stadt Bergama.

Leider vertreibt uns die Polizei höflich aber bestimmt von unserem auserwählten Schlafplatz direkt unterhalb der Akropolis – wäre ja auch zu schön gewesen … Flexibel wie wir nun mal sind, parken wir in der Stadt, nahe dort, wo morgen der Wochenmarkt abgehalten wird. Den geben wir uns morgen. Für heute aber: Iyi geceler (Gute Nacht)!

Naher Osten 2010 – Teil 1: Der grobe Plan …

Geplant ist, recht schnell durch Osteuropa bzw den Balkan (der ist eine eigene längere Reise wert, aber das kommt später einmal 🙂 in die Türkei zu fahren. Dort wollen wir uns eine zeitlang aufhalten, bevor es weiter nach Syrien und Jordanien geht.
Falls das Einreiseverbot für Dieselfahrzeuge im Libanon bis dahin fällt, wollen wir unbedingt auch dorthin.
Danach ist alles offen …